Der "richtige" Weber für einen Ford OHC

Hallo Leute.
Ich habe einen Robin Hood Seven aus den 1980ern mit 105 PS Ford OHC Motor, der beim Kauf 48er IDF Weber Doppelvergaser drauf hatte, was - wie mir alle übereinstimmend sagen - bei einem 100 PS Motor nichts als höheren Spritverbrauch bringt, da der völlig überdimensioniert ist. Außerdem schafffe ich es nicht, den 48er auf dem Motor wirklich gut abzustimmen.

Ich will nicht auf den originalen 32/34 DGAV Registervergaser wechseln, u.a. weil ich dann auch die Ansaugbrücke und die Luftfilter neu brauche und auch nicht weiss, ob und wie das Zeugs alles unter die Seven-Haube passt. Ich möchte den Weber nur down sizen. Dann muss ich nur die eigentlichen Vergaser tauschen und an den Abmessungen ändert sich nichts.
Jemand hat mir folgende Formel von Solex zur Vergaserdimensionierung geschickt:

Ideale Vergasergröße = 0,82 x Quadratwurfel aus (L x D / Z)
L = Hubraum in Liter, D = Drehzahl bei max. Leistung, Z = Anzahl Zylinder

0,82 x (2 x 5500 / 4)^0,5 = 43. Demnach kommt entweder der 40er IDF oder der 44er IDF in Frage. Nun frage ich mich, welcher besser funzt. Ich will nicht mehr Leistung. Er soll nur für die Straße gut laufen.

Vielleicht hat ja jemand von Euch Erfahrung mit Vergasern oder vielleicht selbst so einen Motor mit Weber und kann mir sagen, welcher Weber sich auf diesem Motor gut abstimmen lässt. Und muss es original Weber sein, oder reicht auch z.B. ein FAJS? Ein absolutes Träumchen wäre, wenn’s sogar Werte für Düsen und Venturi gäbe. Dann habe ich für’s Abstimmen gute Startwerte und das Trial & Error dauert nicht ganz so lange.

Besten Dank schon im Voraus.

Moin,
ein kühnes Unterfangen. Also ich habe 40er Weber drauf. Am Kopf ist wohl auch was gemacht Auf der Rolle hat der 136 PS. Der läuft ganz gut. Ich denke, dass Du Dir da einen Profi suchen musst, der das abstimmt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jeder Motor ao ein gewisses Eigenleben führt und der Vergaser auch. Ich denke mir sogar, dass es sogar auf Deinen Wohnort ankommt bzw. auf den Ort, wo Du am meisten fährste deshalb tendiere ich da zur individuellen Abstimmung. Wenn es kein Tuning sein soll, wieso lässt Du es dann nicht so wie es ist.

Hallo Cosmo.
Danke. Ich bilde mir ein, dass ich das Einstellen des Vergasers selbst schaffen kann. Jedenfalls habe ich den 48er mit Hilfe einer Lambda-Sonde und viel Trail & Error auch selbst eingestellt. Der Motor wurde mal mit 115 PS gemessen, ist also allerhöchstwahrscheinlich Serie.
Mit meiner Einstellung läuft der 48er Weber 98% der Zeit im optimalen Bereich (Lambda 0,8 - 1,0). Aber ich sehe auf der Lambda-Anzeige vereinzelte Ausreißer von 1-2 Sekunden ins zu Magere und ich habe gelegentlich Vergaser- bzw. Auspuffpatschen.

Man hat mir gesagt, dass ein kleinerer Vergaser besser abstimmbar ist und außerdem im unteren Drehzahlbereich (da wo man das Auto im Wesentlichen fährt) mehr Drehmoment bringt, da der zu große Vergaser da nicht die optimale Strömung und Gemisch hinbekommt.
Außerdem braucht er so seine 12-15 Liter. Für die paar km , die der Seven läuft, kann ich mir den Sprit zwar leisten, aber böse wäre ich nicht, wenn er 1-2 Liter geniger bräuchte. Und das Basteln an der Kiste macht ja auch Spass.
Wenn Du mir Deine Werte von Düsen und Venturi gibst, habe ich einen Startwert, von dem ich ich dann abstimmen kann.

Kleines Update:
Vor einem Monat habe ich mir für ein anderes Projekt eine kleine China-Drehbank gekauft und da bin ich auf die Idee gekommen, die Vergaseröffnung durch Eigenbau probehalber auf die Maße eines kleineren Vergasers zu trimmen.
Das relevante Teil des Vergasers, um die notwendige Vermischung und Strömungsgeschwindigkeit zu erreichen, ist der Choke oder Venturi. Das ist das kleine Stück Rohr vor der Drosselklappe, das den Durchmesser reduziert. Für einen 48IDF Vergaser ist der kleinste verfügbare Choke 40mm, ein 44er Vergaser hat 36er Chokes, ein 40er sogar nur 28mm.

Für einen Choke mit kleinerem Duchmesser herzustellen, hatte ich kein Material. Aber bei mir lag noch ein Alurohr mit 35mm Innendurchmesser rum, das genau oben in die Trompeten rein passte. Ich habe mir überlegt, es ist egal, ob ich den Choke vor der Drosselklappe oder die obere Einlassöffnung verkleinere und so habe ich aus dem Rohr auf der Drehbank Adapter hergestellt, die in den Vergaser rein bis auf die Zerstäuber reichen und die Einlassfläche um 40% reduzieren.
Es war ein reiner Versuch, der mich 15cm Alurohr und 1,5 Stunden an der Drehbank kostete. Wenn’s nichts gebracht hätte, hätte ich die Dinger einfach weggeworfen. Aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Wegen der geringeren Luftmenge musste ich die HD von 130 auf 110 und die LKD von 175 auf 150 reduzieren. Jetzt zieht der Motor im unteren Drehzahlbereich deutlich besser und nach oben habe ich gefühlt trotzdem kein PS verloren. Vorher war mein Motor unterhalb von 2.500 U/Min sehr träge, weil in dem breiten Kanal die notwendige Strömung nicht erreicht wurde. Durch die Reduzierung des Ansaugdurchmessers ist das jetzt weg. Ich kann also mit niedrigeren Drehzahlen fahren und ganz nebenbei braucht der Motor jetzt auch ca. 1,5 Liter weniger Sprit. Passt also :sunglasses:

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